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Inverse Matrix

Die inverse Matrix (oder auch Inverse) einer quadratischen Matrix ist ebenfalls eine quadratische Matrix, die mit der Ausgangsmatrix multipliziert die Einheitsmatrix ergibt. Nicht jede quadratische Matrix besitzt eine inverse Matrix. Die Menge der invertierbaren Matrizen werden reguläre oder nichtsinguläre Matrizen genannt.

Definition

Gegeben sei eine Matrix ARn×n über einem Ring, einem Körper oder einem Schiefkörper R. Die Matrix A1Rn×n wird inverse Matrix von A genannt, wenn

A1A=En=AA1

gilt. Hierbei ist die Matrizenmultiplikation und En bezeichnet die n×n Einheitsmatrix über R.

Verfahren zur Berechnung der inversen Matrix

Verfahren

Die inverse Matrix kann mithilfe des Gauß-Jordan-Algorithmus berechnet werden. Hierzu wird die zu invertierende n×n Matrix A mithilfe elementarer Zeilenumformungen in die Einheitsmatrix überführt und dieselben Umformungen parallel auf einer n×n Einheitsmatrix durchgeführt:

  • Für den Fall, dass die Matrix A invertierbar ist, entsteht aus der Einheitsmatrix auf die Weise die inverse Matrix A1:
    A={[a11a1n10an1ann01]}=EnEn={[1001]}=A1.
  • Für den Fall, dass die Matrix A nicht invertierbar ist, ist es nicht möglich, die Matrix A in eine Einheitsmatrix zu überführen und die inverse Matrix A1 existiert nicht.

Korrektheit

Jede elementare Zeilenumformung kann durch eine linksseitige Multiplikation mit einer Elementarmatrix dargestellt werden. Die während des Gauß-Jordan-Algorithmus durchgeführten elementaren Zeilenumformungen seien mit T1,T2,,Tk bezeichnet und es gilt

En=TkT2T1A.

Werden beide Seiten dieser Gleichung von rechts mit der inversen Matrix A1 multipliziert, so folgt:

EnA1=TkT2T1AA1=EnA1=TkT2T1En.

Die inverse Matrix A1 ergibt sich also wie behauptet, indem die elementaren Zeilenumformungen T1,T2,,Tk, die die Matrix A in die Einheitsmatrix En überführen, auf die Einheitsmatrix En selbst anwendet werden.

Beispiele

Gegeben sei die folgende Matrix AR3×3:

A=[110341010].

Erweitern der Matrix A mit der Einheitsmatrix E3 und Anwenden des Gauß-Jordan-Algorithmus liefert:

110100341010II3I010001110100011310010001III+II110100011310IIIII001311110100III010001001311100101010001001311

Da die Matrix A in die Einheitsmatrix überführt werden konnte, existiert die inverse Matrix A1 und es gilt:

A1=[101001311].

Eigenschaften

Gruppeneigenschaften

Die Menge der invertierbaren n×n Matrizen über einem Körper K bildet zusammen mit der Matrizenmultiplikation eine Gruppe, die allgemeine lineare Gruppe GL(n,K). Die n×n Einheitsmatrix ist das neutrale Element; die inversen Matrizen sind die inversen Elemente. Die inverse Matrix ist eindeutig definiert und sowohl linksinvers als auch rechtsinvers.

Die Einheitsmatrix ist selbstinvers und die Inverse der inverse Matrix ist die Ausgangsmatrix selbst:

En1=En(A1)1=A.

Aufgrund der Gruppeneigenschaften ist das Produkt AB zweier invertierbarer Matrizen A und B ebenfalls eine invertierbare Matrix und es gilt:

(AB)1=B1A1.

Allgemein gilt für die inverse Matrix des Produkts mehrerer Matrizen:

(A1A2Ak)1=Ak1A21A11.

Weitere Eigenschaften

  • Für die inverse Matrix des Produkts einer Matrix AKn×n mit einem Skalar λK gilt:
    (λA)1=λ1A1.
  • Die inverse Matrix der Transponierten entspricht der transponierten Matrix der Inversen:
    (AT)1=(A1)T.
  • Die Inverse der adjungierten komplexen Matrix entspricht der Adjungierten der Inversen:
    (AH)1=(A1)H.
  • Der Rang der Matrix entspricht dem Rang der inversen Matrix:
    rg(A)=rg(A1)=n.
  • Handelt es sich bei λ um einen Eigenwert der Matrix A zum Eigenvektor v, so ist λ1 ein Eigenwert der inversen Matrix A1 zum selben Eigenvektor v.